Weltmeisterschaften in Montreal

Die Titelverteidiger lassen sich die Krone nicht entreißen

Die Weltmeisterschaften in Kanada starteten gleich mit zwei Knüllern. Bei den Frauen und den Männern kämpften die Elite-Kategorien um den Titel im Einzelzeitfahren. Der 39,2 Kilometer lange Parcours hatte zwar einige technische Passagen, auch die F1-Grand Prix-Strecke wurde teilweise integriert, doch mit nur 220 Höhenmetern waren die Spezialisten in diesem Metier sehr zufrieden.
Den Auftakt machten die Frauen und Marlen Reusser konnte ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Der Schweizerin startete verhalten und steigert sich im Verlauf immer mehr. Am Ende lag die große Favoritin 40 Sekunden vor Zoe Bäckstedt und 45 Sekunden vor der Deutschen Meisterin Franziska Koch. Reusser feiert heute ihren 35. Geburtstag, hat also einen doppelten Grund für eine abendliche Party. Die Österreicherin Christina Schweinberger, die in Glasgow vor vier Jahren Bronze holte, musste sich mit dem 17. Rang begnügen.
Auch bei den Herren setzte sich der große Favorit und Titelverteidiger Remco Evenepoel durch. Der Belgier ließ niemals Zweifel aufkommen, wer der Sieger sein wird. Der 26-jährige Superstar ist der erste Fahrer in der Geschichte der vier Mal in Folge den Titel gewann. Wesentlich spannender war der Kampf um die restlichen Medaillen. Filippo Ganna spielte seine große Routine aus. Der Italiener wurde von Zwischenzeit zu Zwischenzeit stärker und sicherte sich erwartungsgemäß die Silbermedaille. Dritter wurde Paul Seixas, der mit seiner ersten Medaille erneut sein riesengroßes Talent unter Beweis stellte. Großes Pech hatte der Schwede Jakob Söderqvist, bei allen Zwischenzeiten auf Podestkurs stürzte er in einer scharfen Linkskurve 1800 Meter vor dem Ziel. 13 Sekunden hinter Seixas wurde er fünfter, Brandon McNulty hatte sich durch das Malheur auch noch am Schweden vorbeigeschummelt. Die Top Ten komplettierten Isaac Del Toro, Stefan Küng, Kasper Asgreen, Dan Hoole und Callum Thornley.

20.09.2026 - Gerald