Mas baut die Führung aus

Jakob Omrzel wandelt auf Pogacars Spuren

Während an den letzten beiden Tagen die kräftigeren Fahrer ihre Chancen vorfande, waren auf der 12. Etappe der Vuelta a Espana wieder die Kletterbeine gefragt. 4500 Höhenmeter standen auf der 167 Kilometer langen Fahrt von Vera zu Bergankunft am Calar Alto auf dem Programm. Mit 30 Mann bildete sich eine unglaublich große Fluchtgruppe, mit dementsprechend verschiedenen Zielsetzungen. Wout Van Aert will sicherlich die Punkte beim Zwischensprint holen, doch der Belgier kämpfte auch mit dem Führenden der Bergwertung Santiago Buitrago um die Bergpunkte. Buitrago von Bahrain Victorious hatte sogar drei Teamkollegen an der Seite, darunter auch Jakob Omrzel, dem zehnten der Gesamtwertung. Auch UAE Team Emirates war zu dritt vertreten, so wie für die meisten Anderen war ein Etappensieg das Ziel. Das Finale bildeten der 13 Kilometer lange Alto de Velefique und nach einer anspruchsvollen Abfahrt der 17 Kilometer lange Anstieg zum Calar Alto. Van Aert holte sich die Sprintwertung in Velefique und hatte dann seinen Job erledigt. Der Vorsprung der Ausreißer betrug schon fast 8 Minuten Omrzel lag virtuell bereits auf Rang zwei. Trotzdem pokerten die Mannschaften von Roglic, Gall und Onley und ließen nur Movistar um Enric Mas arbeiten. An der Kuppe der vorletzten Bergwertung baute Santiago Buitrago seine Führung in der Bergwertung aus, der Kreis der möglichen Etappensieger war schon sehr überschaubar geworden. Als wahrer Büffel erwies sich Ivan Romeo. Als Enric Mas' letzter Mann fuhr er fast die ganze Steigung von vorne. In der Ausreißergruppe hatten sich zwei Movistar-Profis als Satelliten eingeschleust, Pablo Castrillo ließ sich zurückfallen und übernahm, während Raul Garcia immer noch ganz vorne "wartete". Fünfeinhalb Minuten später ging die deutlich geschrumpfte Favoritengruppe über den Gipfel. Die Spitzengruppe fiel schnell auseinander, als klar der Stärkste erwies sich Jakob Omrzel. Bei seinem Grand Tour-Debüt gleich eine schwere Bergetappe gewonnen, der 20-jährige Slowene wandelt auf den Spuren Pogacars. Auch im Klassement macht er einen großen Sprung auf Rang sechs nach vorne. Im Tagesklassement folgten Urko Berrade, Santiago Buitrago, Alexey Lutsenko und Mauri Vansevenant.
In der Schlusssteigung stieg dann Decathlon CMA CGM in die Tempoarbeit ein und dezimierte die Favoritengruppe. Übrig blieben Felix Gall, Enric Mas und Primoz Roglic. Das Podium war vereint, doch keiner wollte dem Österreicher helfen. Plötzlich attackiert Enric Mas und zieht davon, der Vorsprung wird größer und dann kommt er zu seiner Relaisstation Raul Garcia. Das war tödlich für Felix Gall, denn Primoz Roglic blieb nach wie vor am Hinterrad des Österreichers. Am Ende hatte Gall 27 Sekunden Rückstand auf Enric Mas. Der Spanier wächst von Tag zu Tag in seinem Roten Trikot, seine Vorsprung beträgt jetzt 1:45 auf Roglic und 2:06 auf Felix Gall. Neuer Gesamtvierter ist Richard Carapaz, sein Rückstand beträgt aber schon 3:53.

03.09.2026 - Gerald